Technik

Im folgenden soll etwas Licht ins Dunkel gebracht werde, was alles gebraucht wird um F3B betreiben zu können. Eine Erklärung was sportlich bei dieser Art Modellflug vor sich geht, wurde von Hans-Peter Gölz verfasst und ist zum Nachlesen hier verlinkt.

Allgemein kann man sagen das es vier Säulen gibt, die man solide im Boden verankert haben sollte, will man sich auf das „stürmische“ Parkett eines F3B-Wetbewerbes machen. Mit dem stürmisch ist weniger das Wetter gemeint, als viel mehr der Stress, der aufkommen kann, wenn eine der Säulen wackelt.


Säule 1: Elektrowinden

In der Geschichte dieser Modellflugsparte waren Winden schon von je her ein viel diskutiertes und sagenumwobenes Thema. Das sie den Grundstein eines mäßigen oder eines guten Startes legt. Deshalb gab es früher abenteuerlich Entwicklungen auf diesem Gebiet.

Um euch zu beruhigen: Die Zeit der sogenannten „Gorilla“ - Winden ist vorbei. Inzwischen ist auch hier eine Regelung in Kraft, die sehr genau vorgibt, welchen Richtlinien eine solche Winde unterliegen muss. Damit wird ein Eigenbau zwar erschwert, die Chancengleichheit aber ungleich höher.

Um hier nur einige Eckdaten zu nennen: Es ist ein serienmäßiges Anlassermotor mit 1,1 kW Nennleistung zu gelassen. Der Innenwiderstand der gesamten Einheit darf 23 mΩ nicht unterschreiten, weshalb meist ein Vorwiderstand mit eingeschleift werden muss. Damit die Gefahr eines Seilwirrwarrs minimiert wird, darf die Winde beim Start nur in Laufrichtung des Motors frei drehen, in der anderen muss sie durch eine Rücklaufsperre gesichert werden, die aber um später das Seil wieder zurück holen zu können lösbar sein muss.

Wer es genauer Wissen möchte, kann sich die Regeln gern durch lesen. Den Link dazu gibt’s hier... (Der Abschnitt zu den Winden beginnt auf Seite 4)

Allgemein sind in der BeMod mal die gültigen Regeln der Wettbewerbsklasse F3B einsichtig.

Eine Umlenkvorrichtung in 200m Entfernung aufgebaut gibt nicht nur die ungedehnte Seillänge später vor, sie dient auch dazu das die Winde beim Piloten stehen kann und nicht wie bei den Manntragenden auf der anderen Seite des Platzes. Um gegenüber dem Wind variabel zu sein, können unterschiedlich Trommelaufdickungen auf den Windenabtrieb geschraubt werden. Mit ihnen kann je nach Wind das Drehmoment oder die Drehzahl erhöht werden. Allgemein gilt dabei je weniger Wind desto dicker der Trommelkern.

Natürlich gibt es auch Hersteller die in Kleinserie Winden direkt auf das Wettbewerbsreglement abgestimmt, herstellen. Es seien hier im weiteren nur ein paar genannt:

Oberflugmodellbau

Flühs-Winden

ml-Antriebstechnik

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Säule 2: Seile

Ein weiteres zentrales Thema und darum auch eine der vier Säulen, die ein erfolgreiches und spaßbringendes Abschneiden auf einem Wettbewerb fördern. Die Seile bestehen prinzipiell aus Nylon. Entwicklung der letzten Jahre haben unterschiedliche Arten hervorgebracht, je nach dem ob sie weicher und dehnbarer oder härter und fester sein sollen.

Prinzipiell gilt dabei, härtere Seile halten mehr aus, können dementsprechend dünner geflogen werden. Gleichzeitig geht wegen der Härte ihre Dehnbarkeit verloren. Das alles kann in Maßen durch „wässern“ der Seile, also einlegen in Wasser oder mindestens durch Aufbewahrung in sehr feuchter Luft in Nuancen geändert werden. Dennoch wird ein „hartes“ Seil immer weniger Dehnung haben als ein weicheres. Harte Seile fliegt man deshalb bei wenig bis mittelmäßigem Wind, wenn der Flieger eh kaum in der Lage ist, die Energie aus dem Seil voll zu nutzen, also es ausreichend zu dehnen. Die dünneren Seile bieten zudem weniger Luftwiderstand und halten für die Beschleunigungsphase im „Schuss“ etwas mehr Energie bereit.

„Weichere“, dehnbare, meist dickere Seile fliegt man bei mäßigem bis starkem Wind, wobei die Grenzen da eher fließend sind und es zur richtigen Anpassung der Seildicke, Seilart und letztlich auch des richtigen Trommelkerndurchmessers einiger Erfahrung bedarf. Schließlich will man den schmalen Grat zwischen Überlastung des Seils und minimalen Luftwiderstand perfekt ausnutzen, um einen guten Start hin zu bekommen.

Welche Seile man bei welchem Wind verwendet ist schwer zu sagen, gibt es doch viele Parameter die darin Einfluss nehmen.

Man kann sagen, je größer das Modell, desto mehr „Druck“ baut es auf, also desto mehr kann es das Seil beim Start dehnen und es demnach auch überlasten.

Des weiteren ist auch die Richtung des Windes sowie die Lage des Geländes entscheidend.. Nicht selten treten Windscherungen auf, bei denen am Boden kaum eine Luftbewegung zu spüren ist, in der Höhe aber kräftiger Wind wehen kann. Eine Orientierungshilfe können dabei Wolken oder auch Vögel sein.

Auch Thermik ist ein entscheidender Faktor. Die teils kurze und heftige Belastung hat schon so manches Seil das Leben gekostet.

Die Seildicke ist im Übrigen wichtiger als die Seilfestigkeit. Je dicker das Seil ist, desto fester ist es einerseits und andererseits hat es mehr Luftwiderstand. Klar kann man sagen, ob ein Seil nun 1,2 oder 1,3 mm dick ist, ist egal. Aber das über 200 m Länge gerechnet? Hinzukommen noch Eigenschwingungen des Seils, welchen erheblich zur Vergrößerung des Luftwiderstands beitragen.

Die meisten Teams haben deshalb auch mehrere Winden mit unterschiedlichen Seilen und Trommelkernen in eine Windrichtung aufgebaut. Ein Grund dafür ist im Falle eines Wiederholungsstarts ein Seil zu haben und ein weiterer ist der, dass im gewissen Rahmen auf Wetterschwankungen reagiert werden kann.

Für den Einsteiger ist es weniger entscheidend das perfekt abgestimmte Seil zu haben, als viel mehr einen sauberen und sicheren Start zu schaffen. Bei Fragen kann man sich auch an erfahrenere Piloten wenden, die dann gern weiterhelfen.

Seile werden unter anderem hier vertrieben:

EMC – VEGA

Flugmodelltechnik - Fischer

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Akkus

Der Einsatz von Blei-Säure-Akkumulatoren ist nach heutigen Regeln Pflicht. Die Richtlinien, welchen Akku man genau einsetzen darf sind dabei wieder, wie die Windenbeschreibung in der BeMod nach zu lesen.

Die Handlichkeit, die wegen der hohen Masse dieser Akkus, sehr eingeschränkt ist, stellt einen großen Nachteil dar.

Übrigens ist ein „pushen“ der Akkus durch beabsichtigt hohe Temperaturen streng verboten.

Welchen Akkutyp man jetzt auswählt bleibt jedem selbst überlassen, so lange er sich an die oben beschriebenen Regeln hält. Aus diesem Grund möchte ich hier auch keine Tipps bezüglich Herstellern oder Vertreibern geben.

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Modelle

Um Modellflugsport egal welcher Art zu betreiben braucht man vor allem ein Modell.

Ein F3B-Modell ist da in gewisser Weise schon etwas besonderes. Muss es doch drei in sich gegensätzliche Aufgaben erfüllen. Eine Runde besteht ja aus den drei Aufgaben Zeitflug, Streckenflug und Speedflug und das alles muss mit einem und demselben Modell geflogen werden. Natürlich kann man in gewisser Weise sein Modell der Aufgabe anpassen, in dem man die Flächenbelastung durch Zugabe oder Herausnahme von Ballast erhöht bzw. absenkt.

Eine Änderung der Geometrie ist laut Regel auch erlaubt, aber nur wenn diese durch die Fernsteuerung geschieht. Auch dazu gab es in der Geschichte Entwicklungen, wie z.B. den Teleskopflügel der von Ralf Decker entwickelt wurde. Dabei wurde mittels einer Mechanik die Spannweite je nach Aufgabe vergrößert oder verkleinert.

Auf der folgenden Seite möchte ich das eine oder andere Modell kurz vorstellen und so mal einen kleinen Einblick geben, was es an „High End“ - Flieger momentan gibt und welche für den „Einsteiger“ ganz gut geeignet scheinen.

Zum Thema Einstieg ins F3B im Bezug auf Modelle noch etwas: Am Anfang ist es durchaus auch ausreichend einen gebrauchten Flieger zu nutzen. Es kann auch ein fester F3J-Flieger sein. Damit wird man natürlich nicht gleich der Schnellste im Speed sein, aber das würde auch mit einem Topmodell kaum erreichbar sein. Dazu fehlen einfach die Reaktionsfähigkeit, die Routine und nicht zu letzt auch eine Spur Arroganz, um die Wenden genau zu treffen und sauber zu fliegen. Die Nervosität am Anfang tut da noch ihr Übriges.

Viel wichtiger ist es seinen Flieger in jeder Situation perfekt zu beherrschen und auch bei widrigen Bedingungen sauber fliegen zu können.

Aus meiner Sicht ist nicht der Speedtausender für einen Neuling das wichtigste, da dazu auch einiges an Glück und Erfahrung gehört. Viel wichtiger auch für die Platzierungen sind die Punkte im Strecken- und Dauerflug. Und noch eine „Aufgabe“ sollte perfekt funktionieren: Der Start, denn er ist für alle drei Aufgaben die Voraussetzung und muss deshalb auch unter Stress und Zeitdruck sicher und ohne „Abkippeln“, also ohne Strömungsabrisse am Seil, erfolgen.

Die ursprüngliche Idee hier ein paar Modelle vozustellen hab ich wegen des zu breiten Spektrums und der damit verbundenen Benachteiligung einiger Hersteller verworfen. Ich denke die Anfrage in einem Forum (zum Beispiel hier...) ist da günstiger,in der Hinsicht, das so auch Piloten antworten, die bereits Erfahrungen mit dem jeweiligen Modell gesammelt haben.

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